Google ATLAS zeigt, wie KI Arbeit und Forschung verändert

Googles AI-&-Economy-ATLAS macht globale KI-Nutzung sichtbar. Neue Daten zeigen, wie Berufe und Forschende KI einsetzen – mit Chancen und Grenzen.

Dunkle Weltkarte mit Datenpunkten, Diagrammen, Mikroskop und Laptop als Symbol für globale KI-Nutzung in Arbeit und Forschung

Stand: 26. September 2026

Wie verändert künstliche Intelligenz den Arbeitsalltag? Googles aktualisierter AI-&-Economy-ATLAS macht diese Entwicklung in einer öffentlich zugänglichen interaktiven Anwendung sichtbar. Die neuen Auswertungen zeigen deutliche Unterschiede zwischen Ländern und Berufen – und eine Forschung, in der KI bereits Zeit spart, aber neue Engpässe erzeugt.

Interaktive Daten statt einer einzigen KI-Kennzahl

Google hat Millionen globale Datenpunkte in einer frei zugänglichen Oberfläche aufbereitet. Nutzer können dort unter anderem nach Berufen, Ländern und Einsatzarten untersuchen, wo KI am Arbeitsplatz und im Alltag verwendet wird. Das ist keine Prognose für die Zukunft, sondern eine Übersicht beobachteter Nutzungsmuster.

Bei den beruflichen Schwerpunkten zeigen sich regionale Unterschiede. In OECD-Ländern führen laut Google computer- und mathematiknahe Berufe sowie Tätigkeiten in Wirtschaft und Finanzen. In Ländern außerhalb der OECD liegen Büro- und Verwaltungsberufe, kreative Tätigkeiten sowie Bildung und Bibliotheken vorn. Für Deutschland nennt Google außerdem einen vergleichsweise hohen Anteil von KI-Nutzung bei manuellen Aufgaben wie Diagnose und Fehlersuche.

Was die Studie zur KI in der Forschung zeigt

Ein weiterer Teil der Aktualisierung untersucht wissenschaftliche Arbeit. Dafür wurden 2.600 spezialisierte KI-Modelle ausgewertet und 637 Forschende aus den USA und Großbritannien befragt. Knapp 47 Prozent der Befragten verwenden demnach täglich irgendeine Form von KI; weitere 31 Prozent nutzen sie wöchentlich.

Die Befragten berichten im Durchschnitt von knapp sieben eingesparten Arbeitsstunden pro Woche. Sprachmodelle werden breit eingesetzt, etwa für Recherche, statistische Auswertung, Dokumente und Programmierung. Spezialisierte Modelle kommen besonders bei Aufgaben in Gesundheits- und Lebenswissenschaften sowie bei Simulationen und Vorhersagen zum Einsatz. Beide Modellarten ersetzen sich damit nicht vollständig, sondern ergänzen sich in unterschiedlichen Arbeitsschritten.

Der Zeitgewinn löst nicht automatisch den Forschungsstau

Die Studie beschreibt zugleich eine wichtige Grenze: Mehr als vier von zehn Befragten sehen die wichtigsten Engpässe inzwischen weiter hinten im Ablauf – bei Experimenten, klinischer Validierung und der Erhebung von Felddaten. 41 Prozent berichten von einem wachsenden Rückstand ungetesteter Hypothesen. Außerdem verwenden 89 Prozent der Forschenden, die Zeit sparen, mehr als zehn Prozent dieses Gewinns für die Prüfung von KI-Ausgaben.

Die Zahlen sind deshalb als Momentaufnahme zu lesen. Die Befragung ist eine nicht repräsentative Stichprobe aus den USA und Großbritannien, und die Ergebnisse beruhen auf Selbstauskünften. Für Nutzer bedeutet der ATLAS vor allem: Wer KI-Einsatz vergleichen will, erhält mehr als eine allgemeine Adoptionsquote – sollte die Daten aber nicht mit einem vollständigen Bild der Weltwirtschaft verwechseln.

Was jetzt praktisch zugänglich ist

Die interaktive ATLAS-Oberfläche ist öffentlich erreichbar und kann ohne besondere Zugangsvoraussetzung erkundet werden. Sie ist damit vor allem ein Recherchewerkzeug für Unternehmen, Bildung, Journalismus und Forschung. Die Studie selbst liefert keine Zusage, dass einzelne Google-Produkte in jeder Region oder für jeden Tarif dieselben Funktionen bieten. Sie beschreibt Nutzung und Arbeitsabläufe, nicht einen neuen Produktzugang.

Für den breiteren Kontext der KI-Nutzung im Alltag lohnt sich auch unser Beitrag zu KI-Wettervorhersagen im Gesundheitsschutz. Die aktuelle ATLAS-Auswertung ergänzt solche Einzelanwendungen um den Blick auf Berufe und wissenschaftliche Prozesse.

Quellen

Google: New insights from Google’s AI & Economy ATLAS, 15. September 2026

Google, Google DeepMind und MIT FutureTech: AI in Science, 2026

Google: AI & Economy ATLAS – interaktive Anwendung